Der Säulensaal wurde nach dem Projekt des Architekten Christoph Haberland im ersten Stock des Ostflügels des ehemaligen Domklosters in den Jahren 1778 bis 1787 für die Stadtbibliothek errichtet. Der Saal wird als einer der bedeutendsten gesellschaftlichen Räume des  Klassizismus in Riga angesehen.

Im Laufe der Zeit wurde der Saal als Säulensaal bezeichnet, denn die Empore des ersten Geschosses stützte sich auf Säulen, deren Bemalung Marmor imitiert. In den Wandnischen befanden sich ursprünglich eingebaute Bücherschränke. Eine Wand des Saales verziert eine allegorische Wandmalerei, die dem Anschluss der Stadt Riga an Russland im Jahre 1710 gewidmet ist. Zar Peter der Große ist darauf nicht nur als Eroberer, sondern auch als Schutzpatron der Wissenschaft und Kunst dargestellt. Das Deckenrelief zeigt die russische Zarin Katharina die Große als Minerva – die Kriegs-, Weisheits- und Wissenschaftsgöttin mit dem von ihr selbst erlassenen Gesetzbuch in der Hand.

Der Säulensaal wurde über 100 Jahre als Bibliothek genutzt. Im Jahre 1891 wurde die Bibliothek ins Rathaus verlegt, der Saal aber wurde der Domgemeinde zur Verfügung gestellt und hier fanden Konfirmationen statt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Säulensaal dem Rigaer Museum für Stadtgeschichte und Schifffahrt zur Nutzung übergeben und darin wurde eine Museumsausstellung eingerichtet. In den Jahren 1984 bis 2001 wurde der Saal künstlerisch architektonisch erforscht und restauriert.

Im Säulensaal ist die Dauerausstellung „Riga im Russischem Reich (1710–Mitte des 19. Jh.)“ geöffnet. Heute werden hier Kurzausstellungen und Veranstaltungen organisiert, der Saal wird als Kammermusiksaal genutzt. Man kann den Saal auch für verschiedene Veranstaltungen und Bälle mieten.